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6. September 2010 1 06 /09 /September /2010 09:06

Ich zitiere hier mal den NABU-Präsidenten Olaf Tschimpke. Er kann meine Gedanken zur der Einigung auf längere Atomkraftwerkslaufzeiten beim Koalitionsgipfel im Kanzleramt viel sachlicher auf den Punkt bringen als ich:

„Wenn Wissenschaft nicht weiterhilft, schlägt die Stunde der Ideologen. Kanzlerin Merkel knickt vor der Atomlobby ein und zieht den Ausstieg aus dem Atomausstieg durch, ohne sich um wissenschaftliche Erkenntnisse oder die Meinung der Bevölkerung zu scheren. Das von der Bundesregierung beauftragte Energiegutachten liefert jedenfalls keine belastbaren Begründungen für längere Laufzeiten der Atommeiler. Die vereinbarte Fördersumme für erneuerbare Energien ist ein Placebo- Effekt, da die echten Herausforderungen, wie zum Beispiel bei der Gebäudedämmung und dem Netzausbau, damit nicht zu erreichen sind.

Dabei schreiben die Gutachter der Kanzlerin durchaus sinnvolle Tipps zur Energiepolitik ins Stammbuch: Schärfere Standards bei Wärmedämmung und Heizung in Gebäuden sowie starke finanzielle Anreize für alle, die ihre Wohnungen energetisch sanieren wollen. Damit ließe sich wirklich das Klima schützen und die Energiekosten senken.

Die jetzt von der Koalition beschlossene Laufzeitverlängerung bremst dagegen die erneuerbaren Energien aus und sorgt für einen wachsenden Atommüllberg.“

 

Erst hatte ich befürchtet, ein Gutachten, welches von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wird, würde unter Umständen tendentiell im Sinne desjenigen verfasst sein, der die Gutachter zahlt. Jetzt bescheinigt selbst dieses Gutachten seinem Auftraggeber nicht zwingend nur die eine Alternative, nämlich längere Laufzeiten.

Aber Gutachten scheinen nicht unbedingt Beachtung zu finden. Es gibt z. B. auch ein Gutachten des Münchener Ifo-Instituts, welches seinem Auftraggeber, dem Bundesverband der Deutschen Industrie bereits 1975 bescheinigte, dass Umweltpolitik Arbeitsplätze schafft. Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Umweltbelange und Wirtschaftsorientiertes Denken unvereinbar sind.

 

Und dann die Enttäuschung darüber, dass wider dem Gutachten gehandelt wird. Es tut weh zu sehen, dass die Umweltbelange weiterhin den Interessen der Wirtschaft untergeordnet werden.

Warum sieht keiner das unverantwortlich hohe Risikopotenzial der Atomkraftwerke? Auch wenn die Reaktoren seit Tschernobyl vielleicht sicherer geworden sind, so sind sie dennoch nicht sicher.

Warum sieht keiner die tatsächlichen Kosten der Atomenergie? Wie hoch müßte eine Brennelementesteuer sein, wenn man die Kosten der (End-)Lagerung des Antommülls nur annähernd in Euro beziffern könnte? Warum zahlen wir alle über die Steuern diese Kosten und nicht der Verursacher? Vielleicht, weil die Betreiber von Atommeilern den Atomstrom nicht verkaufen könnten und keine Gewinne machen könnten, wenn der tatsächliche Preis offiziell abgerechnet würde?

Warum werden nicht alternative Energien genauso "gesponsort"?

 

STOP, dieser Artikel soll jetzt nicht noch länger werden.

18. September in Berlin: Keine Zukunft für SteinzeittechnologieAuf zur Anti-Atom-Demo!

Die Bundesregierung will die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängern und so den gesellschaftlichen Atomkonsens aufkündigen. Daher unterstützt der NABU die bundesweite Anti-Atom-Demonstration am 18. September in Berlin und ruft dazu auf, mitzumachen. mehr Mehr

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Published by FraPe - in Umwelt
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Kommentare

Lacuna 10/13/2010 13:44


Es wurden mehrere Regierungsinterne Untersuchungen zu der erwarteten Entwicklung der Stromversorgung durchgeführt die ergaben, dass Atomenergie als "Brückentechnologie" unnötig und eher störend
ist. Diese Berichte wurden ignoriert. Hier geht es um Geld. Die Regierung hofft durch die Mehreinnahmen ihren Haushalt stabilisieren zu können. Langfristig wird uns die Lagerung der Brennstäbe aber
wesentlich mehr kosten, als uns die Verlängerung der AKW-Laufzeiten einbringt. Das hat nichts mit überzogenen Vorstellungen ala "Reichtum für Alle" zu tun.


FraPe 10/13/2010 14:43



@ Neothor:


zunächst, man muss nicht links oder grün sein, um zu erkennen, dass das so nicht weitergehen kann.


Immer nur auf die wirtschaftliche Seite zu schielen, ist zu kurz gedacht.


Im übrigen ist wirtschaftliches Wachstum, so zweifelhaft es ist, ganz selbstverständlich auch mit anderen Techniken
als AKW zu erzielen.


Wenn man den letzten Satz in Deinem ersten Beitrag liest, ist jedoch schnell klar, dass hier jeder weitere Kommentar
überflüssig ist.


Wer Vergewaltiger, Kinderschänder oder Mörder mit Linken vergleicht, was soll man so einem Menschen noch
sagen?


Dem ist dann nicht mehr zu helfen. Und der darf dann auch weiterhin von einer atomgetriebenen friedlichen
Welt träumen.


Jede Mühe ist hier vergebens. Insofern, viel Spaß noch.



Neothor 10/13/2010 12:31


NEIN, das habe ich auch nicht geschrieben aber wenn du dir den Kommentar durchgelesen hättest dann hättest du es verstanden, auch wenn ich in der Eile ein Paar Rechtschreibfehler
(Groß-Klein-schreibung) gemacht habe :-)
Selbst jetzt Momentan kaufen wir Strom von Frankreich, schalten wir die Werke ab, dann wird noch mehr Strom von Frankreich gekauft und nichts von deren Gewinn kommt unserem Land, den Arbeitsplätzen
oder derUmwelt zugute.
Wenn unsere Kraftwerke abgeschaltet werden dann Bauen die Stromriesen eben in Belgien Polen und Tschechien neue Kraftwerke, dann kaufen wir eben auch noch Strom von denen.
Dadurch werden die Stromkosten weiter steigen, wir verlieren Arbeitsplätze und die Ökostromsubventionen müssen gekürzt oder gar gestoppt werden -> Ökologischer Strom wird wieder teurer, dadurch
verlieren die Betreiber Kunden und somit Geld -> die Entwicklung für erneuerbare Energien wird gebremst oder gar zurückgeworfen.
Wenn die deutschen Atomkraftwerke weiterlaufen dann erhalten wir die Arbeitsplätze, die Strompreise können Gehalt werden und die Preise für Ökostrom werden weitersinken, die weiterentwicklung zur
Gewinnung erneuerbarer Energien wird vorangetrieben. UND ZWAR WEIL: NICH DIREKT WEIL DIE ATOMKRAFTWERKE LAUFEN, SONDERN WEIL DIE BETREIBER ÜBER 50% DES GEWINNS ABTRETEN MÜSSEN, DAS IST BEDINGUNG
FÜR DIE VERLÄNGERUNG UND DAS GELD WANDERT DIREKT IN DEN AUSBAU ERNEUERBARER ENERGIEN.
So schwer ist das nicht aber man lässt sich eben gerne von Populistischem Geschwätz blenden, vor allem wenn man Schule eher blöd fand.
Reichtum für Alle! Reiche an die Kasse! Mindestlohn auch für Zeitungsausträger! Fällt keine Bäume!! Und lasst reißt keine Häuser ein!! Hartz 4 erhöhen!! Eigentum ist Diebstahl!!


Lacuna 10/13/2010 01:28


Die Erzeugung neuer radioaktiver Abfälle ist eine Wohltat für die ökologische Entwicklung? Ok, viel Spaß noch.


Neothor 10/12/2010 23:52


Unglaublich wie viel zeit du dir nimmst so einen Blödsinn zu Schreiben. Hast du nicht mitbekommen das über 50% des Reingewinns (der "Atomlobby") in die Ökologische Entwicklung gehen wird? Ihr
Grünen und Linken seit so verblendet, dass ihr nicht seht wer wirklich etwas für eine saubere Öl und Atomfreie Zukunft tut.
Einfach nur Atomkraftwerke schließen und den Spritpreis erhöhen bringt eben nichts, wenn die Ökosteuer nicht in Ökosubventionen gesteckt wird und wir anstatt eigene Atomkraftwerke zu nutzen den
Strom aus Französischen Atomkraftwerken kaufen. Das macht den Strom nur teurer für uns, verhindert Arbeitsplätze und sicherer ist es auch nicht da viele der Atomkraftwerke sehr nah an der Deutschen
Grenze sind, desweiteren werden deren Abfälle bei uns gelagert.
Also:
Sofortiger Atomausstieg = Mehr Arbeitslose, kleineres Bruttoinlandprd., höherer Strompreis, Mehr Atommüll aus Frankreich wird hier her Transportiert, weniger Geld für die Forschung in Ökologische
Energien, weniger Subventionen für ökologischen Strom (was zur Folge hat das dieser teurer wird und deshalb weniger auf grünen Strom umsteigen werden, bzw. wieder kündigen werden).
Folglich Profitiert nur Frankreich von einem Ausstieg.
Ihr mit eurem Lobbygeschwätz, den Stromriesen ist es doch föllig egal wo sie ihre Werke betreiben, sie sind Garantiert nicht auf D.land oder gar schwarz gelb angewiesen.

Demonstiert doch lieber mal gegen Bewährungsstrafen für Vergewaltiger, Kinderschänder und Mörder, oder gegen die Linke


Lacuna 10/02/2010 15:12


Tja, jetzt wird es ernst. Nun müssen Gerichte entscheiden, ob die Regierung die Laufzeitverlängerung ohne Bundesrat durchsetzen darf.