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Yvonnes Erfahrungen mit den Marquis-Hufschuhen und den Easy-Boots

April 2004

Ich habe mein Pferd vor ca. einem Jahr auf Barhuf umgestellt. Die Entscheidung dafür hatte mehrere Gründe. 

Anfangs ließ ich das Pferd dann nur auf die Weide und bewegte es nur 5-10 Min. auf Teerboden, da es sehr fühlig ging. Dann erweiterte ich diese Zeit auf 10-15 Min. und spazierte mit ihr über Wiesen. Nach einigen Wochen, in denen ich viel über Hufschuhe gelesen habe, entschied ich mich dann zum Kauf der Marquis Supergrip.

Die Swiss Horse Boots wollte ich nicht, da man meist einen Hammer braucht um sie anzuziehen und ich besorgt darum war, sie nicht wieder vom Huf wegzubekommen. 
Dasselbe galt für den Davis Barrier Boot.
Gegen die Easy Boots entschied ich mich wegen der „Häkchen“ die die Hufwand beschädigen können.
Der Old Mac’s kam wegen dem hohen Gewicht bei Nässe nicht in Frage (ca.600g) 
und die Dallmer wollte ich nicht. weil sie unten offen sind (werde ich möglicherweise aber auch noch probieren).
Boa Boots waren noch nicht auf dem Markt.

Marquis Supergrip

Der Marquis Supergrip wiegt gleichviel wie ein Eisen meines Pferdes. Mit ca.300 g gehört er zu den schwereren Hufschuhen, Eisen sind jedoch auch schwer und bleiben ja 24 Std. am Pferd.
In der Handhabung ist der Marquis sehr einfach:

  1. Huf säubern: dies ist bei trockenem Huf sehr einfach, nur mit Bürste abbürsten.
    Bei Nässe gestaltet es sich etwas mühsamer: Huf abwaschen (vor allem Ballenbereich!), dann vor allem den Ballenbereich mit einem Tuch so gut wie möglich trocknen.
  2. Schuh öffnen, über den Huf ziehen.
  3. Beschuhten Huf abstellen, darauf achten dass der Huf so weit vorne als möglich im Schuh steht.
  4. Den Schuh nun mit möglichst wenig Druck schließen. Luft ins Luftkissen pumpen.

Da der Schuh Kontakt mit dem Ballenbereich hat, kam es bei Nässe oft zu Schürfungen. Deshalb trockne ich den Ballenbereich so gut wie möglich mit einem Tuch. Eine Reiterkollegin gab mir den Tipp, Slipeinlagen auf die Luftkissen zu kleben (mit unplastifizierter Oberfläche!!), so wird weitere Feuchtigkeit aufgenommen. Mittlerweile habe ich auch einen Ballenschutz getestet (zwar nicht den originalen von Marquis), welcher Schürfungen sehr gut verhindert. Diesen setze ich bei langen Ausritten ein. 

Der Ballenschutz ist bei Marquis-tech erhältlich. Sie beschreiben es als "teflonisiert". Dies bedeutet, dass das Material mit Teflon versehen ist, so dass der Ballenschutz im Schuh nicht rutscht (was ja wieder zu Schürfstellen führen würde). Kostenpunkt liegt bei 17-18 Euro pro Paar.
Ich habe zur Zeit einen Ballenschutz welcher nicht von Marquis-tech ist, sondern von einem Hufschmied verkauft wurde. Habe dieses Paar von einer Reiterkollegin bekommen. Habe aber die Originalen von Marquis mittlerweile bestellt. Wird jedoch so ziemlich das gleiche sein. Da ich aber erst ein Paar hatte und noch ein zweites Paar möchte habe ich sie nun bestellt, da ich nicht weiß, wo ich die „Aktuellen“ bekommen kann (der Schmied hat sie nicht mehr, ist lange her).

Ich reite mein Pferd nach Möglichkeit täglich. Unser Gelände ist steinig und ohne Hufschutz Reiten nur auf ausgewählten Routen möglich. So brauchen wir auch die Schuhe fast täglich 1 bis 3 Stunden wochentags und 2 bis 4 Stunden am Wochenende. 
Auch Tagesritte von 6 bis 7 Stunden sind kein Problem.

Da mein Pferd die Angewohnheit hat, die hinteren Hufe vor allem bergab „nachzuschleifen“, waren die hinteren Schuhe sehr schnell durchgelaufen (ca. zwei Monate). Trotz Loch im Zehenbereich konnte ich die Schuhe aber noch benutzen (ca. 1 Monat), dann mussten aber neue her.
Dies schien mir doch etwas teuer zu werden. Deshalb bestellte ich zum zweiten Paar ein Set Zehenkappen (werden meiner Info nach momentan nicht mehr vertrieben). Diese montierte ich aufwendig. Doch schon nach zwei oder drei Ausritten waren diese Kappen verbogen und nicht mehr brauchbar.

So bestellte ich zum Probieren doch ein Paar Easy Boots. Ich wollte testen, ob diese sich weniger schnell ablaufen und ob diese Häkchen die Hufwand wirklich stark beschädigen. Meine Freundin hat für ihr Pferd nämlich Easy Boots. Sie ist sehr zufrieden und die Beschädigung des Horns ist nur schwach.
Ich bestellte zwei Größen Easy Boots. Die einen waren viel zu klein, ich bekam sie nicht über den Huf. Die nächstgrößeren passten auch nicht: obwohl ich die Schnalle selbst kaum schließen kann (draufstehen mit dem Fuß), dreht sich der Schuh am Huf und fliegt immer wieder davon. Leider kenne ich niemanden, der mir mit dem „Anpassen“ der Easy Boots behilflich sein könnte, auch die besagte Freundin stand ratlos daneben. Die Hinterhufe meines Pferdes sind wahrscheinlich zu oval für Easy Boots (auch die Vorderhufe). Schade.

Nun hatte ich ja noch die neuen Marquis. Also benutze ich diese weiterhin. Bis auf die schnelle Abnützung trotz Sohlenwechsels war/ bin ich zufrieden damit (das Loch entsteht eben nicht unten bei der Sohle, sondern an der Vorderseite). Der Easy-Boot-Versuch war ja dazu gedacht, das nächste mal bei Bedarf die Marquis zu ersetzen.

Mittlerweile stand der Winter vor der Tür. Dieses Jahr hatten wir oft Schnee. Anfangs ritt ich auch im Schnee noch mit Schuhen, da es im Wald stellenweise noch keinen Schnee hatte. Doch bald fand ich heraus, dass auch die Marquis im Schnee rutschen und besser mit Stollen benutzt werden sollten. Da ich gerade keine Stollen hatte, ließ ich die Schuhe im Schnee weg und stellte fest, dass der Barhuf viel weniger rutschte (hatte ich auch schon vielerorts gelesen). Also ritt ich bei Schnee immer ohne Hufschutz. Fast kein Rutschen, gar kein „am Huf aufstollender Schnee“. Und die schneefreien Teerstrassen bereiteten meinem Pferd keine Probleme.

Nach fast einem Jahr sind die Hufe noch etwas größer geworden, so dass ich jetzt die Vorderschuhe durch größere ersetzen muss. So kann ich die jetzigen Vorderschuhe dann für die Hinterhufe verwenden.

Meine Reiterkolleginnen, welche Marquis benutzen, haben keinen so hohen Verschleiß an (Hinter-) Schuhen wie ich. Eine hat seit drei Jahren dieselben Schuhe hinten, wechselt nur die Sohlen aus, und die Schuhe sehen noch jetzt fast neu aus. Eine andere wechselt die Schuhe ca. einmal jährlich.
Bei meinem Pferd halten die vorderen Schuhe auch viel länger, ich muss sie jetzt nur wegen der Größe ersetzen.

Um Verschleißmaterial zu sparen gibt es noch einige Tipps:

  1. Ab und zu die Schrauben kontrollieren und wenn nötig nachziehen (vor allem diejenigen, welche für die Sohlen sind, die lockern sich manchmal)
  2. Schürft ein Pferd beim Gehen mit den Innenseiten der Schuhe, kann das Luftkissen mit Klauenband geschützt werden. Klauenband ist ein Klebband, welches sich außen wie Stoff anfühlt. Bei uns heißt dies Klauenband, da es von den Bauern für Kühe gebraucht wird. Ich nehme an, es gehört zum Verbandsmaterial. Ist erhältlich bei Landwirtschaftsläden. 

Schnallen gehen meiner Erfahrung nach sehr selten kaputt (nur wenn man hängen bleibt). Der Seilzug ist wahrscheinlich nicht kaputt zu bekommen. Nieten brauche ich an den Vorderschuhen öfters, da mein Pferd diese manchmal mit den Hinterhufen abtritt.

Den Marquis Supergrip gibt’s auch zum Ausprobieren. Man bezahlt den vollen Preis, bekommt ein Paar Schuhe zugeschickt und kann diese dann während zwei Wochen testen. Ist man überzeugt, schickt man die Schuhe zurück und bekommt neue. Ansonsten schickt man sie zurück und bekommt das Geld abzüglich eines kleinen Betrages zurück.

Infos: http://www.marquis-vetec.com/

 

Yvonne testet weiter - Marquis - BOA- nochmals Easy (Stand: November 2005)

Da bin ich nun wieder, über eineinhalb Jahre später ;)

Der Größen-Wechsel bei den Marquis-Hufschuhen für die Vorderhufe war ein Flop, der Schuh stellte sich nach einigen Ritten als zu groß raus. Ich griff also wieder eine Größe zurück. Folge: Ich konnte die Luftkissen nicht mehr aufpumpen, was aber auch nicht wirklich nötig ist, bei trockenen Verhältnissen.

Leider verloren wir aber vor allem bei Matsch immer wieder einen Schuh. Im Winter bei früher Dunkelheit ist es nicht einfach, diese wieder zu finden ;) Die leuchtenden kamen jedoch nicht in Frage, da ich Ausschau nach einem anderen, besser haltenden und nicht Schürfungen verursachendem Schuh hielt.

Die Schürfungen konnte ich bei Nässe leider auch mit Ballenschutz und unplastifizierten Slipeinlagen nicht verhindern, die Haut war dann einfach zu aufgeweicht, bei täglichem Einsatz die Ballenbelastung zu hoch.

So stieß ich dann auf den BOA. Ich bestellte also ein Paar BOA Boots für die Hinterhufe. Wow, die halten sogar im tiefsten Matsch bombenfest, und man braucht absolut keine Hilfsmittel zum an- und ausziehen! Ich bin begeistert!
Leider ist der Rand dieses Schuhs sehr hoch, was seitlich der Fesseln wieder zu Abschürfungen führte:-(
So bestellte ich die BOA Gaiter, einen Ballenschutz. Doch auch dieser konnte die Schürfungen nicht verhindern.

Vorne beim Kronrand gab’s auch leichte „Druckstellen“, resp. die Haut war zwar nicht offen, doch das Fell etwas weg. Dieselbe Erfahrung machte eine ehemalige Stallkollegin bei ihrem Pferd auch.

Sehr schade, war und ist von der Handhabung und vom Halt an den Hufen mein Lieblingsschuh!

Deshalb versuchte ich diesen für die Vorderhufe: Größe passte knapp, etwas eng zum an- und ausziehen, jedoch am Huf selbst nahezu perfekt. Halt wieder bestens. Doch leider auch wieder Schürfungen seitlich der Fesseln, resp. seitlich der Ballen an den Vorderhufen. Echt schade.

Noch eine kleine Schuhbeschreibung:

Der gute Halt kommt daher, dass ein Spannseil im Schuh, der übrigens aus weichem Kunststoff mit Echtlederinnenseite ist,  eingearbeitet ist. Dieses Spannseil wird mittels Drehknopf mit jeder Drehung enger um den Huf gespannt, bis es ideal anliegt.
Dank Drehrad fast stufenlos einstellbar. Passt sich dadurch wie der Marquis mit seinem Luftpolster genaustens dem Huf an.

Sobald das Spannseil kleine Verletzungen aufweist („ausfranst“), sofort durch neues ersetzen, denn ab diesem Zeitpunkt können sie schnell reißen.

Länger Freude hat man auch an diesem Schuh, wenn man ihn pflegt: Abwaschen oder feucht abreiben nach dem Reiten gehört für mich immer dazu. Die Lederinnenseite immer wieder mit Sattelseife reinigen- nährt das Leder. Nur vorsichtig (vor Ruhetagen) fetten.

Nun griff ich für die Vorderhufe wieder auf die Marquis zurück, hinten wechselte ich alle paar Tage zwischen Marquis und BOA, um größere Schürfungen zu vermeiden (entstanden meist erst nach mehrtägiger Belastung).

Dann endlich gab’s den Easy Boot Epic, in neuen Grössen! Die Häkchen sind nun auch verdeckt, Schutzkappe kann bei Bedarf entfernt werden. Die Zwischengröße passt super an die Hinterhufe. Der Befestigungsriemen endet unterhalb der Ballen, der Schuh hält sehr gut am Huf (nach 3-4 Monaten noch kein einziges Mal verloren, bei Nasswetter extra im Schlamm getestet (Schritt, da nicht anders möglich).

Die Rutschfestigkeit ist im Vergleich zum Marquis Supergrip leider schlechter.

Nach 3-4 Monaten ist nun leider auch der Epic vorne offen (Pferd schlurft leider noch immer abwärts). Anders als beim Marquis gelangen deswegen auch Steinchen ins Schuhinnere. Muss sie also bald ersetzen. Wenigstens sind sie preiswerter als die Marquis.

Den Versuch, die Marquis bei den Zehen mit Hufkleber zu reparieren, gab ich auch bald auf, da es nie von langer Dauer war.

Ich habe nun vor, auch an den Vorderhufen, die ja immer noch in Marquis stecken (den ersten, nun auch mit kleinem Loch), Epic’s draufzumachen. Durch den angeschraubten Gaiter sollten diese von den Hinterschuhen nicht abtrampbar sein, sowie im Schlamm auch nicht stecken bleiben. Das abtrampen spreche ich an, da die Easys sehr tief geschnitten sind und deswegen auch einfacher abgetrampt werden können.

Wäre das Problem des Verlierens nicht, würde ich vorne bei Marquis bleiben.

Trotzdem die Easy Boot Epic in der Handhabung aufwändiger sind als Marquis Supergrip und BOA (immer noch mein Favorit, wäre er bloß nicht so hoch geschnitten), bin ich überzeugt, dass sie am wenigsten „Probleme verursachen“. Trotzdem würde ich die BOA Boots, sollten sie ein neues, „tieferes“ Modell rausbringen, nochmals testen.

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